Inkognito

Bin unterwegs ohne Namen. Weiß nicht,
ob mein Gesicht mich noch kenntlich macht
– kein Spiegel zur Hand, kein Begleiter. Nur
die drängelnde Meute der Erinnerungen.

Ich lasse ihnen die lange Leine, damit
sie sich austoben können, ohne Vorsicht,
ohne Rücksicht, unstet, wie sie sind.

Sollten sie sich losreißen, sich verirren,
nicht zurückfinden zu mir – was bliebe mir
dann an Substanz? Nur die Gedanken
beim Gehen im flüchtigen Jetzt?

Inkofnito unberwegs, grüß ich den all-
gegenwärtigen Wind, der mich nach Haus
wehen wird. Hierhin oder dorthin.